Sprechkost portioniert
Iss bewusst...bedeutet konkret?
Bewusst essen...
Das liest man in so ziemlich jeder Zeitschrift und jeder Arzt oder Coach wird es immer so wiederholen. Stimmt ja auch. Doch wie mache ich mir tatsächlich bewusst was ich esse? Wie gelangt das, was ich esse und trinke also in mein Bewusstsein?
Das Problem ist selten das schöne Menu oder Leibgericht, für das wir zuvor sorgsam die Zutaten ausgewählte haben. Oder die Einladung zu einem tollen Essen oder Kuchen, die wir sehr genießen. Daran erinnern wir uns durchaus. Was wir uns hingegen nicht so gut merken, ist die Anzahl der auf der Arbeit genaschten Schokostückchen, die am Ende eines ganzen Arbeitstages mitunter eine Tafel ausmachen, Oder das halbe Glas Milch, was die Kinder übrig gelassen haben...
Alles gut sortiert - im Kopf
"Abnehmen und gesünder Essen beginnt im Kopf"... nee... bei Sprechkost nicht. Sondern auf und mit der Zunge!
Alles was Deine Zunge passiert muss im Kopf gespeichert werden.
Dabei hilft zunächst alles was Du isst und trinkst laut auszusprechen. Versuche es zunächst für 2 Wochen. Später wirst Du Deine Mahlzeiten innerlich kommentieren und somit einen guten Überblick über Dein Ess- und Trinkverhalten bekommen.
Zu stressig? Dann versuche es zunächst an 5 von 7 Tagen die Woche oder jeden zweiten Tag.
Was und wie essen?
Erlaubt ist alles was Dir schmeckt und Dich gut satt macht. Wichtig ist, dass Du nicht hungerst und regelmäßig isst.
Theoretisch kannst Du auch mit dem bewussteren Konsum ungesunder Lebensmittel dein Gewicht reduzieren...
Sollte sich beim Blick in Deinen Kühlschrank jedoch zeigen, dass Du ausschließlich fette Wurstwaren, Zucker, Fertiggerichte, Süßigkeiten, süße Getränke und Alkohol konsumierst und vielleicht alles immer nur auf die Schnelle und „to-go“,... wird es schwierig, wirklich genug gute Nährstoffe zu bekommen, also gesund zu werden oder gesund zu bleiben…
Kalorien - oder Erbsenzählerei?
Bei Sprechkost zählst Du keine Kalorien. Auch keine einzelne Erbsen. Schaue Dir jedoch alles Essen und Trinken an bevor Du es zu Dir nimmst, freue Dich darüber, sprich aus was Du isst und trinkst und kommentiere auch gerne was das bei Dir auslöst: "Ich esse jetzt ein Stück Fisch mit Erbsen und Kartoffeln"..."ich nehme noch einmal von den Kartoffeln."
Wer mag reflektiert im Anschluss... "Ich fühle mich jetzt satt" oder "das war jetzt zu viel" oder "das tat mir richtig gut".
Nachspeise (für die, die noch nicht satt sind)
...das muss weg...
"Ich esse die Reste der Kinder...!"... also vielmehr deren Essensreste...
Ist ok, wenn's schmeckt -Bitteschön. Aber sei ehrlich und speichere auch diesen Snack als Mahlzeit ab-
"Ich esse ein kleines Stück Paprika und eine etwas trockene Stulle mit Frischkäse. Ich bin davon nicht satt. Das war irgendwie überflüssig!
Das war eine Zwischenmahlzeit."
Tüte oder Schale...
Süßes und Knabbereien tun uns gut- darum sind sie natürlich, wie alles andere auch, erlaubt.
Einfacher wird es, wenn nicht die ganze Packung oder Tüte mit Dir von der Küche auf die Couch wandert, sondern Du die Leckereien zuvor in eine Schale umfüllst. Und dann: Genießen! Werden es zwei oder drei Schalen?...ok, aber speichere sie ehrlich ab und realisiere ob sie Dir gut tun.
Vielleicht wird es am Folgetag schon eine weniger sein...
Fleisch-Trick
Zuviel Fleisch und Wurst, bedeutet oft auch zu viel Fett, Salz und Zucker. Da Fleisch bei uns (verheerender Weise) sehr günstig zu haben ist, konsumiert der Großteil der Menschen viel zu viel davon.
Dein Fleisch- und Wurstwarenkonsum lässt sich allein dadurch deutlich reduzieren, indem Du selten, aber dafür hochwertiges Fleisch aus artgerechter Tierhaltung und am Besten aus der Region, konsumierst. Da dieses deutlich teurer ist, ist ein täglicher Fleisch- und Wurstkonsum mit einem durchschnittlichen, oder kleinen Geldbeutel nicht mehr möglich. Gut so! Für Deine Gesundheit, für die Tiere, für das Klima!
Weitere Zutaten
Lebensmittel=Mittel zum Leben
Trinken
Jedes andere Getränk als Wasser ist quasi eine Mahlzeit und muss bewusst im Kopf ankommen. Wasser kannst Du hingegen auch unbewusst zu Dir nehmen (es sei denn Deine Trinkmenge wurde aufgrund einer Erkrankung begrenzt).
Ungesüßter Tee und Kaffee (schwarz) haben zwar durchaus Effekte auf Deine Verdauung, Dein Hungergefühl und somit auch auf Dein Essverhalten. Sie machen aber pur auch nicht wirklich dick. Mach sie Dir dennoch bewusst.
Doch:
Jeder Saft und IceTee: Mahlzeit
Jeder Milchkaffee: Mahlzeit
Jedes Bier: Mahlzeit...
Obst, Smoothies, Säfte
...enthalten oft viel zu viel Zucker...klar: auch gesunde Vitamine, jedoch benötigt kein Mensch Flugobst aus Übersee um gesund zu bleiben. Im Gegenteil: in einem smoothy ist mitunter soviel Fruchtzucker, dass die Leber geradezu davon überflutet wird. Zucker, auch Fruchtzucker, macht dick. Und v.a. dick am Bauch... Vor allem viele Zucker-Spitzen am Tag (und seien sie auch noch so klein...ein, zwei Weintrauben, ein, zwei Gummibärchen...), lassen das Insulin im Blut immer wieder ansteigen... (siehe auch bei "Stress").
Zwei Stück Obst am Tag reichen in der Regel völlig aus. Und wenn es mal ein Saft sein soll, gibt's an dem Tag dafür ein Stück Obst oder etwas Süßes weniger...
Gemüse und Rohkost
... sind Dein bester Begleiter- sie haben überwiegend sehr wenig Zucker und viele Ballaststoffe. Diese stabilisieren Deinen Blutzuckerspiegel, was für Deinen dauerhaften Erfolg sehr wichtig ist.
Gemüse und Rohkost darf gerne immer den größten Anteil Deines Tellers bedecken, Saucen in denen es schwimmt, lieber nur einen kleinen Teil.
Unterwegs und zum Brot hilft Rohkost ebenfalls satter zu machen und den Zucker nicht in ungeahnte Höhen schnellen zu lassen.
Brot und Backwaren
sind Grundnahrungsmittel. Die Qualität ist jedoch sehr unterschiedlich und so auch, ob sie lange satt machen oder aber sehr viel Zucker und wenig "Kraft" enthalten.
Brot muss Dich satt machen, es muss langsam hergestellt werden, dann ist es viel besser verträglich (viele Verdauungsbeschwerden lösen sich in Luft auf, wenn man weniger mit Luft aufgeblasene Backwaren isst...)...
Nach Geschmack belegt und gerne kombiniert mit Rohkost, ist gutes Brot völlig ok. Vorsicht bei dunklem Brot- es ist oft mit Zuckerrübensirup gefärbt und ist nichts als eine Mogelpackung...